28.08.2010 Gifhorn Flüchtlingsdemo

Flüchtlingsproteste unterstützen!
Seit gut einem Jahr setzen sich die BewohnerInnen des Flüchtlingsheim in Meinersen (Landkreis Gifhorn) gegen ihre menschenunwürdige Situation ein. Aktuell leben mehr als 65 Menschen aus unterschiedlichsten Ländern auf engstem Raum in dem Gewerbegebiet von Meinersen: so werden bis zu fünf Personen in kleinen Zimmern zusammengepfercht. Die sanitären Einrichtungen reichen für die Anzahl der Menschen nicht aus, Frauen und Männer müssen gemeinsame Duschen nutzen. Doch auch die restlichen Lebensbedingungen sind katastrophal: Fahrten zu ÄrztInnen können sich die Bewohner nicht leisten (Kinder- und weitere FachärztInnen gibt es jedoch nur in Gifhorn), denn anstatt Bargeld bekommen sie sogenannte Wertgutscheine-die nur gegen bestimmte Waren in festgelegten Läden eingetauscht werden können. Den Landkreis Gifhorn dürfen sie genauso wenig verlassen wie einer Arbeit nachgehen. Um an diesen Zuständen etwas zu ändern, haben die Flüchtlinge die Zustände öffentlich gemacht und im Juli diesen Jahres gemeinsam mit dem niedersächsischen Flüchtlingsrat eine Demonstration organisiert. Die Reaktionen darauf waren Beschwichtung, Schikane und Androhung weiterer Repressionen, wenn sie sich auch in Zukunft für die Verbesserung ihrere Lebenssituation einsetzen. In der Lebenssituation der Flüchtlinge aus Meinersen drückt sich die Allgemeinheit des bundesdeutschen Umgangs mit verfolgten und geflüchteten Menschen aus. Hinter der Chiffre „Asylrecht“ verbirgt sich ein rassistisches System aus Entrechtung und Repression, dessen Ziel die Abschiebung oder „freiwillige Rückführung“ der Betroffenen ist. Das rassistische System beginnt schon an dem Punkt, an dem die Menschehit in Nationen aufgeteilt wird und die indviduellen Möglichkeiten von der Staatsangehörigkreit abhängen. Dabei ist die nationalstaatliche Verfasstheit der Welt ein Teil eines System, in dem strukturell massive Unterschiede in Lebensbedingungen geschaffen werden. Nicht der Mensch und seine Bedürfnisse, sondern seine Verwertbarkeit steht im Vordergrund.
Dem Bündnis aus lokaler Politik, Ausländerbehörde und Heimleitung gilt es sich entgegen zu stellen und die Forderungen der Flüchtlinge nach dezentraler Unterbringung in Privatwohnungen und einem menschenwürdigem Leben zu unterstützen. Als Anfang dieser praktischen Unterstützung rufen wir euch auf, mit uns gemeinsam am 28.08.2010 mit dem Zug um 11:14 Uhr nach Gifhorn zu fahren, um an der Demonstration der Flüchtlinge teilzunehmen. Treffpunkt in Wolfsburg ist am Hauptbahnhof um 10:45 Uhr zur gemeinsamen Zuganreise.


1 Antwort auf “28.08.2010 Gifhorn Flüchtlingsdemo”


  1. 1 mensch 15. September 2010 um 0:42 Uhr

    …gerade ausm urlaub zurück, hab ich auf indy.media von der demo in gifhorn gelesen. hoffe sie war erfolgreich und konnte etwas aufmerksamkeit auf die situation richten. konnt leider nich dabei sein, nächtes mal aber auf jedenfall. werd mich aufm laufenden halten.

    gibs denn überlegungen, etwas solidarisches auch für die menschen in harbke, ortsteil autobahn zu unternehmen? wenn ich nich irre, sind sie da unter ähnlich schlechten bedingungen untergebracht. von der menschlichen und rechtlichen seite ganz zu schweigen.

    saluti a pugno chiuso
    antifa sempre
    m.

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